Unterschiede
zwischen Nahtoderfahrungen einerseits
und Halluzinationen sowie
vergleichbaren Hirnprodukten andererseits
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Oft wird
behauptet, Nahtoderlebnisse bzw. Nahtoderfahrungen (NTE) seien
„nichts weiter
als“
Halluzinationen, Träume oder ähnliche Produkte des
menschlichen Gehirns, hervorgerufen etwa durch Sauerstoffmangel. Es
finden sich jedoch gravierende Unterschiede zwischen
Nahtoderfahrungen und derartigen Zuständen, die im folgenden
kurz angesprochen werden. Angesichts dieser Unterschiede
dürfte die
Wahrscheinlichkeit, dass
es sich bei Nahtoderfahrungen lediglich um traumartige Gebilde ohne
weitergehende Bedeutung handelt, sehr gering sein. Weitaus
wahrscheinlicher ist, dass diese Erfahrungen sich auf etwas
Wirkliches und nicht lediglich Eingebildetes beziehen.
Vorab eine kurze
Anmerkung:
Äußerungen
von Naturwissenschaftlern zum Thema Nahtoderfahrungen sind nicht
immer objektiv. Objektiv in dem Sinne, dass die Forscher sich auf das
beschränken, was Naturwissenschaft tatsächlich zu
leisten
vermag, nämlich mit den Methoden der Beobachtung, des Messens,
Berechnens und wiederholbarer Experimente
Gesetzmäßigkeiten innerhalb der Welt festzustellen.
Naturwissenschaft, die gerade durch den Verzicht auf das
Alles-wissen-Können, auf die Erkenntnis der
Wesensgründe,
ihren Siegeszug bei der Erforschung des Universums erst
möglich
machte, ist nur dann wissenschaftlich, wenn sie die von ihr selbst
gesetzte Beschränkung auf das Fassbare und Messbare nicht
durchbricht. Andernfalls besteht die
Gefahr der bloßen Spekulation, der ungesicherten Behauptung. Sobald ein
Forscher mit seinen Äußerungen die der
Naturwissenschaft
innewohnende Grenze überschreitet und z.B. behauptet, es
gäbe
keine nichtmaterielle Welt, hat er seine naturwissenschaftlichen
Kompetenzen verletzt. Dasselbe gilt, wenn er im Namen der
Naturwissenschaft behauptet, es gäbe Gott oder es
gäbe ihn
nicht. Hierzu kann
die Naturwissenschaft, ihrem Wesen nach, keine Aussagen treffen. Dem
wird jeder seriöse Forscher zustimmen.
Leider
kommt es nicht selten vor, dass Naturwissenschaftler – sicher
häufig unbewusst – sich nicht auf die ihnen
ureigenen Bereiche
und Methoden beschränken, sondern ihren Feststellungen deutend
Bestandteile beimengen, die wissenschaftsfremd sind. So
fließen
häufig, etwa bei wissenschaftlichen Forschungsarbeiten zum
Thema
Nahtoderfahrungen, fast unmerklich weltanschauliche Voraussetzungen
in die Ergebnisse ein (Günter
Ewald). Meist
wird dabei (unausgesprochen) vorausgesetzt, dass es eine nicht
sinnlich erfahrbare Welt überhaupt nicht geben kann (Ulrich
Eibach). Auch die herrschende Meinung, Gehirntätigkeiten seien
die Ursache des
menschlichen Geistes, das Bewusstsein somit eine Funktion, ein Produkt
der
Gehirntätigkeit, wird
– obwohl dies keine wissenschaftliche Feststellung ist
– nicht
hinterfragt. Schließlich werden manchmal bloße
Hypothesen
als unbezweifelbare Wahrheit ausgegeben, vor allem in
populärwissenschaftlichen Darstellungen.
Daher
fußen so manche
Aussagen von Naturwissenschaftlern – gerade auch zum Thema
Nahtoderfahrungen – auf ihrer eigenen Weltanschauung, beruhen
einerseits auf einer „ideologisch-rationalistischen
Festgelegtheit“
(Eibach) und Unbeweglichkeit, andererseits auf der Verletzung
naturwissenschaftlicher Methodik durch unausgesprochene
Voraussetzungen und Hinzudeutungen.
Selbstverständlich
sollte die Naturwissenschaft weiterhin das Phänomen der
Nahtoderfahrungen erforschen, vielleicht sogar die von ihr gezogenen
Grenzen der Methodik überschreiten - sie sollte dabei aber die
Grundlagen benennen und nicht auf unausgesprochenen Voraussetzungen
aufbauen. Durch solche Grenzüberschreitungen wird vielleicht
ein
streng wissenschaftlicher Beweis nicht mehr möglich sein; an
seine
Stelle könnte dann die (geringe oder große)
Wahrscheinlichkeit einer Erklärung treten.
Im
Folgenden wird versucht, in Form einer Tabelle stichwortartig
einerseits die diversen Erklärungsversuche, Hypothesen und
Behauptungen zum Thema Nahtoderfahrungen vorzustellen, andererseits
aufzulisten, was dagegen spricht, darunter insbesondere die
Unterschiede zwischen Nahtoderfahrungen und den verschiedenen
Erklärungsmodellen. Im oberen Bereich der Tabelle
(„Nahtoderfahrungen haben bloße materielle
Ursachen“) wird
das Allgemeinere und Umfassendere angesprochen, darunter das
Speziellere. Häufig, wenn nicht sogar in den meisten
Fällen,
genügen die allgemeineren Argumente zur Widerlegung der
einzelnen Erklärungsmodelle.
Noch
einige kurze inhaltliche Hinweise: Wegen der einzelnen Elemente
positiver
Nahtoderfahrungen (negative treten weit seltener auf), von denen der
Betroffene in der Regel nur einige erlebt, siehe www.christian-von-kamp.de/nahtoderfahrung/nahtod-erfahrungen.htm und
http://www.christian-von-kamp.de/nahtoderfahrung/nahtod.htm .
Zu
den wichtigsten Merkmalen der Nahtoderfahrungen zählen
(neben
einer ganzen
Reihe anderer):
- ein tiefes Gefühl des Friedens
und des Glücks
- eine außerordentliche geistige
Hellwachheit
- die
außerkörperliche Erfahrung, das Schweben
außerhalb des eigenen Körpers (OBE, Out of Body
Experience)
- das
Tunnel-Erlebnis
- die
Begegnung mit Verstorbenen
- das Erleben einer himmlischen Welt
- die
Erfahrung des Lichts, die Begegnung mit Lichtwesen
- das Erlebnis bedingungsloser Liebe
- der
Lebensrückblick
Schließlich sei noch darauf hingewiesen, dass bei
Nahtoderfahrungen Unsagbares und schwer zu Erklärendes auch in
Bildern und Symbolen erlebt werden kann, und dass NTE auch traumhafte
und halluzinative Elemente enthalten können, ohne jedoch auf
diese
beschränkt und „nichts
weiter als ...“ zu
sein.
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Erklärungsversuch,
Hypothese, Behauptung
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Dagegen spricht
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Nahtoderfahrungen
haben bloße materielle Ursachen, insbesondere bestimmte
Prozesse im Gehirn.
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Sinnhaftigkeit:
Mehrere Elemente von Nahtoderfahrungen, z.B. die Begegnung mit dem
Liebe ausstrahlenden Licht, insbesondere aber die das eigene Leben
bewertenden Lebensrückblicke, weisen eine tiefe Sinndimension
auf. Die Sinnerfahrung besteht in der Bewertung eigenen Handelns im
bisherigen Leben unter dem Gesichtspunkt der Liebe. Diese Erfahrung
vermittelt zudem Impulse für und hat Auswirkungen auf das
zukünftige Leben: In der Regel werden zwischenmenschliche
Beziehungen höher geschätzt, nimmt der Glauben an
eine höhere Macht zu, verringert sich die Angst vor dem Tod.
-
Sinnzusammenhang:
Anders als Erlebnisse
aufgrund gestörter Hirnfunktionen geschehen Nahtoderfahrungen
in einer sinnvollen szenischen Abfolge, die auf die Erlebenden wie
geplant wirkt.
-
Ursache
oder Auslöser:
Die Naturwissenschaft kann mit ihren Mitteln nicht feststellen, ob
biologische Prozesse im Gehirn Nahtoderfahrungen erzeugen, verursachen,
oder ob die Erfahrungen durch Hirnprozesse lediglich vermittelt,
ausgelöst werden; ob es also einen
„Schalter“ im Gehirn gibt, der einen Zugang zu
Transzendenz-Erfahrungen eröffnet, ähnlich wie ein
Stromschalter bewirkt, dass der Strom fließt, wobei der
Schalter keineswegs Ursache oder Erzeuger des Stroms ist. Die
bloße Beteiligung von Hirnprozessen an Nahtoderfahrungen
erklärt nicht ihren Inhalt, ihr Wesen.
-
Ähnlichkeit
oder fehlende Eindeutigkeit der Symptome
rechtfertigen nicht die grundsätzliche Gleichsetzung der
Ursachen. Sowohl bei der Schläfenlappen-Epilepsie wie bei
einer Nahtoderfahrung können Lichterscheinungen und
Glücksgefühle auftreten, dennoch wäre es
falsch, daraus auf das gleiche Wirkprinzip zu schließen. Auch
für eine Scheinschwangerschaft bestehen, trotz
ähnlicher Symptome, ganz andere Ursachen als für eine
echten Schwangerschaft, ebenso wie die sexuelle Erregung oder die
Fantasien beim Geschlechtsverkehr und beim Anschauen eines Pornofilms
unbestritten aus unterschiedlichen Quellen kommen.
-
Teilerklärung:
Die unterschiedlichen Erklärungsmodelle beziehen
sich in aller Regel
nur auf einzelne Elemente von Nahtoderfahrungen, wie z.B. die OBE oder
das Tunnel-Licht-Phänomen. Die Vielzahl der bei
Nahtoderfahrungen auftretenden Komponenten / Hauptmerkmale
können sie hingegen nicht erklären, schon gar nicht
in ihrem umfassenden Zusammenspiel. Wird z.B. ein bestimmter
Hirnprozess als Ursache für das Licht vermutet, so
erklärt sich hierdurch noch nicht dessen personale oder
mystische Qualität, ganz zu schweigen von fehlenden weiteren
Elementen wie OBE, Begegnung mit Verstorbenen, Lebensrückblick
usw. sowie dem Gesamtzusammenhang aller dieser Teilphänomene.
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Vielfältige
Anlässe von Nahtoderfahrungen:
Nicht nur in Todesnähe treten
„Nahtod“-Erfahrungen auf, z.B. bei
Verkehrsunfällen, bei Zwischenfällen während
einer Operation, bei anderen medizinischen Notfällen, sondern
z.B. auch in Schocksituationen, bei Depressionen, bei der Anwendung
meditativer Techniken, bei Drogenkonsum oder der Einnahme von
Medikamenten (die allerdings auch Ursache der Erfahrung
NTE-ähnlicher Einzelelemente sein können), in
Krisensituationen oder als Spontanereignisse, z.B. im Schlaf oder beim
Spaziergang. Diese vielfältigen Gelegenheiten sprechen gegen
Erklärungen, die im Zusammenhang mit einzelnen
Anlässen, wie der Todesnähe, von Bedeutung sind (bei
Todesnähe z.B. die Erklärung mit Todesangst,
Sauerstoffmangel oder einer letzten Aktivität des sterbenden
Gehirns).
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Gleiche
Hauptmerkmale:
Nahtoderfahrungen treten mit identischen Hauptmerkmalen /
Grundelementen auf (z.B. OBE, Tunnelphänomen, Begegnung mit
Lichtwesen, Lebensrückschau usw., wobei meist nicht alle diese
Elemente bei den einzelnen Betroffenen vorkommen), sind dabei von
überindividuellem, Religions- und
Kultur-übergreifendem Charakter
und vollziehen sich nach ähnlichen Mustern und in
ähnlicher Reihenfolge. Die gemeinsamen Grundmerkmale sind bei
den einzelnen Betroffenen lediglich verschieden ausgestaltet (je nach
individuellem Lebenshintergrund), auch die Deutung kann unterschiedlich
sein. Bei den meisten der in der linken Spalte genannten
Erklärungsversuche hingegen überwiegen deutlich
jeweils die individuellen (auch weltanschaulich und kulturell
geprägten) Unterschiede, es fehlen die für
Nahtoderfahrungen typischen gemeinsamen, in ähnlichem Ablauf
auftretenden Hauptelemente.
-
Variationsbreite der Hauptmerkmale:
Die Hauptelemente treten bei gleicher inhaltlicher Bedeutung in
unterschiedlicher
Ausgestaltung auf. Beispiel: Tunnelphänomen, das inhaltlich
als
"Phase des Übergangs" (Nicolay) in eine andere Daseinsform
anzusehen ist: Der Tunnel kann einem Darm ähneln oder wie eine
mit
Ziegeln gemauerte Röhre erscheinen, kann wie ein
Gang aussehen oder wie eine Landstraße mit Hecken, die
Bewegung
durch ihn kann schnell oder langsam, gehend, fliegend oder krabbelnd
geschehen, anstelle des Tunnels kann eine Treppe, eine Leiter, eine
Öffnung in der Zimmerdecke für den Übergang
dienen, usw.
Diese vielfältige Ausgestaltung des
Tunnel-Merkmals (wie auch anderer Grundelemente, z.B. der
Lebensrückschau oder der Erfahrung einer Grenze) spricht
deutlich
gegen naturalistische Erklärungsversuche.
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Bewusstsein
ohne Gehirntätigkeit:
Gerade bei Nahtoderfahrungen in echten Todesnähe-Situationen,
wenn der Erlebende sich z.B. nach einem Unfall oder bei Komplikationen
während einer Operation in tiefer Bewusstlosigkeit befindet,
in einer Phase klinischen Todes, fehlenden EEG-Ausschlags und schwerer
Beeinträchtigung der für die Erfahrung und Erinnerung
zuständigen Hirnstrukturen, tritt die paradox scheinende Lage
auf, dass komplexe Wahrnehmungen, gesteigerte logische Denkprozesse und
deutliche Empfindungen auftreten, an die der Erlebende sich noch nach
Jahren oft sehr genau erinnert. Ohne die Aktivität der
Großhirnrinde ist nach der Aussage von Hirnforschern eine
bewusste Erfahrung unmöglich. Dennoch werden, z.B. bei
Herzstillstand, Nahtoderfahrungen trotz des Verlustes
sämtlicher Funktionen der Hirnrinde und des Hirnstamms gemacht.
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Computeranalogien
des Gehirns: Nahtoderfahrungen
werden häufig als Leistungen eines Gehirn-Computers
erklärt. Gerade die Aktivitäten eines Computers sind
jedoch nicht aus einem in sich geschlossenen System heraus
erklärbar. Vielmehr braucht der Computer neben Hard- und
Software, die von einem Hersteller / Programmierer stammen, einen
Nutzer / User. Beide, sowohl der Produzent wie der Benutzer, bestehen
unabhängig vom Computer.
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Begegnung
nur mit Verstorbenen:
Nahtoderfahrende begegnen (bis auf wenige Ausnahmen) immer nur
verstorbenen, nie lebenden
Personen. Manchmal begegnen sie auch Verstorbenen, deren Ableben ihnen
bisher nicht bekannt war. Kinder treffen bei Nahtoderfahrungen nie ihre
lebenden Eltern
– was gerade für sie bei einer Verursachung durch
Hirnprozesse, also bei Träumen, Halluzinationen o.ä.,
das Nächstliegende wäre.
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OBE sind reine
Hirnprodukte, sie können auch durch künstliche
Hirnstimulation erzeugt werden.
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Während
bei echten OBE Ängste selten auftreten, gehen
künstlich erzeugte „OBE“ meistens mit
Ängsten einher.
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Bei
echten OBE ist die Denkfähigkeit erheblich gesteigert, und es
findet eine stark erhöhte Wahrnehmung
der physischen Umwelt statt. Beides tritt bei provozierten OBE nur in
Ausnahmefällen auf.
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Im Rahmen ihrer
(echten) OBE können Blinde ihre Umwelt genau und weitgehend
zutreffend beschreiben, hingegen nicht bei einer künstlichen
OBE.
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Lebensrückblicke
in Nahtoderfahrungen sind bloße Erinnerungen an das
frühere Leben infolge gesteigerter Aktivität
bestimmter Hirnbereiche.
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Nahtoderfahrungen
sind Halluzinationen, also (in der Regel krankhafte)
Sinnestäuschungen bzw. Sinneswahrnehmungen ohne Reizgrundlage.
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Auch taube oder
blinde Menschen berichten von Nahtoderfahrungen mit Hör- und
Seheindrücken. Halluzinationen hingegen erfordern in der Regel
funktionsfähige Sinnesorgane.
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Halluzinationen
treten oft bei Psychosen auf. Dennoch sind Nahtoderfahrungen bei
geisteskranken Menschen nicht häufiger als bei gesunden zu
finden.
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Nahtoderfahrungen
fördern eher die seelische Gesundheit, Halluzinationen
hingegen nicht (siehe auch oben unter
„Sinnhaftigkeit“).
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Während
sich bei Halluzinierenden im EEG in aller Regel
Aktivitätsmuster des Gehirns finden, werden bei vielen
Nahtodfällen nur Null-Linien aufgezeichnet.
-
Halluzinationen
werden meist als bedrückend und albtraumhaft erlebt,
wohingegen Nahtoderfahrungen weitaus überwiegend mit tiefen
positiven Gefühlen wie Liebe und Geborgenheit verbunden sind.
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Halluzinierende
erinnern sich später nur nebelhaft und bruchstückhaft
an ihre Erlebnisse, während Nahtoderfahrungen detailgetreu im
Gedächtnis bewahrt werden.
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Das
in Halluzinationen Erlebte hat, anders als Nahtoderfahrungen, keine
tiefergehende Bedeutung für den Betreffenden, es findet keine
charakterliche Wandlung statt (siehe auch oben unter
„Sinnhaftigkeit“).
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In
der Regel fehlen bei Halluzinationen Merkmale wie OBE,
Lebensrückschau und Erlebnis starker Liebe (siehe oben unter
„Teilerklärung“).
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Halluzinierende
verhalten sich passiv, Nahtoderfahrende hingegen sind immer der aktive
Geschehensmittelpunkt.
-
Die
Gleichsetzung von Nahtoderfahrungen mit Halluzinationen scheitert
daran, dass Nahtoderfahrungen mit identischen Hauptelementen (von
überindividuellem und kulturübergreifendem Charakter)
auftreten, wohingegen Halluzinationen jeweils individuelle Inhalte
haben (siehe oben unter „Gleiche Hauptmerkmale“).
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Keine
sinnvolle szenische Abfolge bei Halluzinationen (siehe oben unter
„Sinnzusammenhang“).
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Da
Kinder vom Tod andere Vorstellungen als Erwachsene haben,
müssten sie andere Nahtoderfahrungen als diese erleben, wenn
es sich um bloße Halluzinationen handelte. Die Erfahrungen
sind jedoch im wesentlichen die gleichen.
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Der
Lebensrückblick geschieht überwiegend in Form
genauester Erinnerungen, daher kann es sich nicht um eine Halluzination
handeln.
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Angehörige
und Krankenhauspersonal können die berichteten genauen
Wahrnehmungen in OBE, die nicht selten in tiefer Bewusstlosigkeit
stattfinden, oft als zutreffend bestätigen. Wahrnehmungen sind
nicht halluziniert, Halluzinationen hingegen bedeuten den Verlust des
Kontaktes zur Wirklichkeit.
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Das
Gehirn eines klinisch toten Menschen kann wegen des Verlustes der
Funktionen der Hirnrinde keine Halluzinationen mehr haben. Dennoch
finden in einem solchen Zustand nicht selten Nahtoderfahrungen statt.
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Im Gegensatz zu
Nahtoderfahrungen, die häufig in einem Zustand der
Bewusstlosigkeit gemacht werden, treten Halluzinationen in einem wachen
Zustand auf.
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Auch die
Begegnung und Kommunikation von NTE-Erfahrenden mit Verstorbenen, von
deren Tod sie nichts wissen konnten, spricht gegen Halluzinationen.
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Auch bei
Halluzinationen finden sich Elemente wie das Tunnelsehen oder das
Lichtsehen.
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Bei OBE werden
Bilder und Stimmen halluziniert.
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Stimmen oder
Bilder, die Halluzinierende erfahren, haben keinen Bezug zur aktuellen
Wirklichkeit. Nahtoderfahrene erinnern sich in der Regel an wirkliche
in der OBE wahrgenommene Bilder und Stimmen, was vielfach durch
Außenstehende belegt wurde.
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OBE sind
autoskopische / heautoskopische Halluzinationen
(Doppelgängerwahn: Spiegelbildsehen der eigenen Person wie
eine andere, wobei der „Doppelgänger“
häufig die eigenen Handlungen imitiert).
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Der
(he)autoskopisch Halluzinierenden beobachtet von seinem Körper
aus den Doppelgänger, das Bewusstsein des OBE-Erfahrenden
hingegen beschreibt dieser als außerhalb seines materiellen
Körpers befindlich.
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Bei
(he)autoskopisch Halluzinierenden tritt keine
Standpunktveränderung ein, bei OBE hingegen wird der Standort
des beobachtenden Ich häufig verändert, es findet
eine schwebende Bewegung statt.
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Anders
als bei (he)autoskopischen Halluzinationen finden beim OBE keine
Handlungs- und Bewegungsimitationen statt. Der von außen
beobachtete Körper bewegt sich meistens nicht und wird
häufig als leblos wahrgenommen, im Gegensatz zum lebendig
wirkenden halluzinierten Phantom. Der (he)autoskopisch Halluzinierende
kann sogar sein Double mit sich reden hören.
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Der
Körper des halluzinierten Phantoms wird nicht selten
seitenverkehrt und oft nur teilweise gesehen (z.B. nur Kopf und Hals),
der im OBE beobachtete Körper wird, falls nicht teilweise
verdeckt, als Ganzes erblickt.
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Das
halluzinierte Double wirkt meist – im Gegensatz zum real
erscheinenden Körper im OBE – hauchdünn,
durchsichtig und farblos.
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Im
OBE ist der Erfahrende meist freudig gestimmt, während der
(he)autoskopisch Halluzinierende oft Traurigkeit empfindet.
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Bei der
(he)autoskopischen Halluzination fehlen die mystischen und die
sinngebenden Erfahrungen der Nahtoderfahrungen.
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OBE
bestehen aus Erinnerungen (z.B. an Gespräche von
Ärzten und
Schwestern kurz vor oder nach einer Narkose), Phantasien und
Erwartungen. Auch bei Bewusstlosigkeit kann das Gehör manchmal
noch funktionieren.
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Im
Gegensatz zu nahtoderfahrenen Patienten konnten Patienten ohne
Nahtoderlebnisse ihre
Wiederbelebung nicht ohne schwerwiegende Fehler beschreiben.
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Aus
tiefer Bewusstlosigkeit Erwachte können sich
nachgewiesenermaßen nicht an Begebenheiten kurz vor und nach
der Bewusstlosigkeit erinnern.
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Überprüfbare
Fakten werden in OBE detailgenau wahrgenommen und danach beschrieben,
obwohl sie von Ärzten und Pflegekräften nicht
angesprochen wurden.
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Fernwahrnehmungen
z.B. aus anderen Räumen, die im nachhinein bestätigt
wurden, lassen sich auf diese Weise nicht erklären.
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Nahtoderfahrungen
beruhen auf Temporallappen-Epilepsien (=
Schläfenlappen-Epilepsien).
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Während
bei Temporallappen-Epilepsien die Denkfähigkeit und das
Erinnerungsvermögen deutlich abnehmen, kommt es in
Nahtoderfahrungen zu einer enorme Steigerung derselben.
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Im
Gegensatz zu Nahtoderfahrungen treten bei Temporallappen-Epilepsien
immer wieder psychotische Erlebnisse auf.
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Die
Bilder bei Halluzinationen im Rahmen von Temporallappen-Epilepsien
wirken, anders als die komplexen Bilder bei Nahtoderfahrungen,
bruchstückhaft und absonderlich.
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Die für
Temporallappen-Epilepsien typischen Geruchs- und
Geschmackshalluzinationen treten bei Nahtoderfahrungen gar nicht auf.
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Nahtoderfahrungen
sind Teile von Psychosen.
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Bei Psychosen
herrschen, anders als bei Nahtoderfahrungen, eher verworrene Gedanken
und Bilder vor, die keinen geschlossenen Zusammenhang erkennen lassen.
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Angsterfahrungen
sind bei Psychosen viel häufiger als
Glückserfahrungen, wie sie bei den meisten Nahtoderfahrungen
auftreten.
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Nahtoderfahrungen
sind, im Gegensatz zu anhaltenden psychotischen Erlebnissen, von kurzer
Dauer.
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Wenn
geisteskranke Menschen Nahtoderfahrungen haben, so weisen diese die
typischen Nahtod-Elemente auf, die sich deutlich von den psychotischen
Erfahrungen der Betroffenen unterscheiden.
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Nahtoderfahrungen
führen eher zu größerer seelischer
Gesundheit, Psychosen oft zu Verzweiflung und Niedergeschlagenheit
(siehe auch oben unter „Sinnhaftigkeit“).
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Nahtoderfahrungen
beruhen auf schizophrenieartigen Psychosen.
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Die
in Nahtoderfahrungen gehörten Stimmen bilden sinnvolle
Sätze, die in einem Schizophrenie-Anfall halluzinierten
Stimmen geben eher unverständliches Kauderwelsch von sich.
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Psychotisch
Kranke verlieren oft ihre Fähigkeit, in der Gesellschaft zu
leben und Beziehungen zu entwickeln.
Todesnäherückkehrer hingegen gewinnen meist mehr
soziale Kompetenz (siehe auch oben unter
„Sinnhaftigkeit“).
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Nahtoderfahrungen
erhöhen die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens,
während Schizophrenie eher zu einem als sinnentleert
empfundenen Dasein führt (siehe auch oben unter
„Sinnhaftigkeit“).
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Nahtoderfahrungen
sind Träume.
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Auch kleine
Kinder haben in einem Alter, in dem sie noch nicht
zusammenhängend träumen können, sondern eher
einzelne Bilder sehen, komplexe Nahtoderfahrungen.
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Im Gegensatz zu
Träumen verändern Nahtoderfahrungen in der Regel
tiefgreifend den Charakter einer Person (siehe oben unter
„Sinnhaftigkeit“).
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Träume
bestehen aus individuellen Szenen, Nahtoderfahrungen hingegen aus
gemeinsamen Grundelementen (siehe oben unter „Gleiche
Hauptmerkmale“).
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Nahtoderfahrene schildern ihre
Erlebnisse als eine Wirklichkeit, die sich deutlich von ihren
Traumerfahrungen unterscheidet.
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Die meisten Träume sind,
im Gegensatz zu Nahtoderfahrungen, schnell vergessen.
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Nahtoderfahrungen
sind Luzid- oder Wachträume.
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Bei
Nahtoderfahrungen treten wesentlich häufiger als bei
Luzidträumen OBE, Tunnel-Licht-Phänomene und
mystische Erlebnisse auf.
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Bilder
in Wachträumen sind individuell unterschiedlicher (siehe oben
unter „Gleiche Hauptmerkmale“), symbolischer und
phantasiereicher als Bilder in Nahtoderfahrungen.
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Der
Wachträumende hat, anders als der Nahtoderfahrende, die
Möglichkeit, die Traumszenen zu kontrollieren.
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Nahtoderfahrungen
sind etwas Ähnliches wie Oneiroide (teilbewusste komplexe
Träume, z.B. in komatösen Zuständen).
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Oneiroide sind
mit bedrohlichen statt, wie Nahtoderfahrungen, mit meist tief freudigen
Gefühlen verbunden.
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Nahtoderfahrungen
sind, im Gegensatz zu Oneiroiden, mit offensichtlichem tiefen Sinn
verbunden, z.B. hinsichtlich der Auswirkung auf das weitere Leben
(siehe oben unter „Sinnhaftigkeit“).
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Nahtoderfahrungen
werden durch Sauerstoffmangel und erhöhten Kohlendioxidgehalt
im Blut hervorgerufen.
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Bei
Erfahrungen, die durch (künstlich oder natürlich
verursachten) Sauerstoffmangel und erhöhten
Kohlendioxidgehalt hervorgerufen werden, treten viele typische
Nahtod-Elemente nicht auf, z.B. der Lebensrückblick oder die
Begegnung mit dem Lichtwesen (siehe oben unter
„Teilerklärung“).
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Solche
Erfahrungen führen nicht zu einer Änderung des
Lebens (siehe oben unter
„Sinnhaftigkeit“).
-
Nahtoderfahrungen treten oft auch auf, wenn sich
kein Sauerstoffmangel und erhöhter Kohlendioxidgehalt im Blut
findet, sondern häufig bei normaler Sauerstoffkonzentration
und sogar bei Sauerstoffüberschuss, z.B. bei Operationen.
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Sauerstoffmangel
in der visuellen Hirnrinde kann eine Art Tunnel-Licht-Sehen
hervorrufen, aber nicht die schnelle Bewegung durch den Tunnel, die
dort in manchen Fällen auftretende Begegnung mit Verstorbenen
oder
das Hören von Musik im Tunnel erklären.
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Nahtoderfahrungen
werden durch Mittel, die Halluzinationen erzeugen (u.a. Rauschmittel),
durch Narkosemittel oder durch körpereigene Botenstoffe
hervorgerufen.
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Diese Mittel
können Erscheinungen ähnlich denen der
Nahtoderfahrungen hervorrufen. Dabei sind jedoch fast immer nur
einzelne Nahtod-Komponenten zu finden (siehe oben unter
„Teilerklärung“). Zwar können
gelegentlich auch unter Drogen (echte) Nahtoderfahrungen auftreten. Es
ist jedoch mit naturwissenschaftlichen Mitteln nicht feststellbar, ob
die Drogen diese Erfahrungen verursachen oder sie lediglich
auslösen (siehe oben unter „Ursache und
Auslöser“).
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Im Gegensatz zu
den eher individuellen Erfahrungen aufgrund medikamentöser
Substanzen, Rauschmitteln u.ä. weisen Nahtoderfahrungen
ähnliche Ablaufmuster auf (siehe oben unter „Gleiche
Hauptmerkmale“).
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Anders als die
klaren Nahtoderfahrungen sind die Erfahrungen aufgrund dieser
Substanzen in der Regel verschwommen.
-
Drogenkonsumenten
erkennen häufig die Unwirklichkeit ihrer Erlebnisse,
Nahtoderfahrende hingegen sind von der Wirklichkeit ihrer Erfahrungen
vollkommen überzeugt.
-
Der Drogenrausch
prägt nicht wie Nahtoderfahrungen das folgende Leben.
-
Typische
Wirkungen von Mitteln, die Halluzinationen hervorrufen, wie
Denkstörungen, Geräusch- oder Geruchserfahrungen,
treten bei Nahtoderfahrungen nicht auf.
-
Gegen die
genannten Substanzen als Ursache von Nahtoderfahrungen sprechen die
anderen Anlässe für ihr Auftreten (siehe oben
„Vielfältige Anlässe von
Nahtoderfahrungen“).
-
Ketamin:
kann OBE oder Tunnelerlebnis auslösen. Andere wichtige
NTE-Elemente fehlen aber. Durch Ketamin hervorgerufene Halluzinationen
sind in der Regel beängstigend.
-
Körpereigenes
Endorphin: Kann Schmerz stillen und ein friedliches
Gefühl auslösen. Andere Elemente einer
Nahtoderfahrung fehlen. Die Wirkung des Endorphin (Schmerzlosigkeit)
hält, anders als die einer NTE, in der Regel einige Stunden an.
-
LSD, Dipropyltryptamin
(DPT), Meskalin, Psilocybin, Dimethyltryptamin
(DMT): Ihre Einnahme (DPT und DMT kommen auch im
Körper vor) kann eine Reihe von NTE-Elementen zur Folge haben,
bis hin zu gelegentlichen
Persönlichkeits-Veränderungen. Hier stellt sich die
Frage, ob sie dies verursachen oder auslösen (siehe oben unter
„Ursache und Auslöser“).
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Nahtoderfahrungen
kommen von seelischen Erkrankungen.
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Nahtoderfahrungen
treten bei seelisch kranken nicht häufiger als bei gesunden
Menschen auf.
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Nahtoderfahrene
zeigen, im Vergleich zu Nicht-Nahtoderfahrenen, keine psychischen
Auffälligkeiten.
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Nahtoderfahrungen
haben eher positive Auswirkungen auf die seelische Gesundheit der
Betroffenen (siehe auch oben unter
„Sinnhaftigkeit“).
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Die (sogar
gesteigerten) Fähigkeiten des Verstandes und des
Gedächtnisses in Nahtoderfahrungen, insbesondere auch die
Fähigkeit zur ethischen Bewertung, sprechen gegen seelische
Erkrankungen als Ursache.
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Nahtoderfahrungen
beruhen auf Depersonalisation (Verlust / Veränderung des
natürlichen Persönlichkeitsgefühls) und
Derealisation (verfremdete Wahrnehmung der Umwelt), das Selbst- und
Körpergefühl sind gestört.
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In Nahtoderfahrungen tritt – anders als
bei Depersonalisation und Derealisation – kein
Gefühl der eigenen Unwirklichkeit oder der Entfremdung von
sich selbst auf. Der Betreffende erlebt sich vielmehr als
völlig intaktes Ich. Das Selbstgefühl ist
häufig gesteigert, alle Wahrnehmungen werden als besonders
wirklich empfunden.
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Bei
Nahtoderfahrungen fehlen meist die für die Depersonalisation
charakteristischen Angst- und Fremdheitsgefühle.
-
Das Gefühl
für das eigene Ich und für den Körper bleibt
auch nach
der Erfahrung stark ausgeprägt oder steigert sich sogar.
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Bei
Depersonalisation und Derealisation treten keine OBE auf.
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Nahtoderfahrungen
beruhen auf psychologischen Ursachen wie Angst vor dem Tod.
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Nahtoderfahrungen
ereignen sich in vielen Fällen bei Bewusstlosigkeit,
psychologische Ursachen kommen dabei nicht in Betracht.
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Nahtoderfahrungen
treten nicht nur in Todesnähe auf (siehe auch oben unter
„Vielfältige Anlässe von
Nahtoderfahrungen“).
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Angesichts der
unausweichlichen Bedrohung wollen Menschen sich von dem Gedanken an den
Tod fernhalten und versetzen sich aus Selbstschutz in einen Zustand der
Freude (Abwehr des Todes, Verdrängungshypothese).
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Viele
Nahtoderfahrungen finden nicht in Todesnähe statt, sondern
z.B. auch bei Meditationen, so dass eine Abwehr des Todes hierbei keine
Rolle spielt.
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Viele
Nahtoderfahrende wollen gerade nicht ins schmerzhafte materielle Leben
zurückkehren, wünschen sich also geradezu ihren
irdischen Tod.
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In
Nahtoderfahrungen kommt auch Schmerzliches vor, wie im
Lebensrückblick, in dem Erinnerungen an eigenes liebloses
Verhalten auftauchen. Solche negativen Gefühle sind mit einer
Verdrängung gerade nicht in Einklang zu bringen.
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Psychoanalytische
Erklärung: Nahtoderfahrungen sind Regressionen
(Rückzug auf eine frühere Entwicklungsstufe).
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Siehe
unter: „Nahtoderfahrungen kommen von seelischen
Erkrankungen“.
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Studien haben
ergeben, dass Nahtoderfahrungen nicht von der Art der
Persönlichkeit des Betreffenden abhängen, obwohl dies
nach den Grundsätzen der Psychoanalyse der Fall sein
müsste.
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Nahtoderfahrungen
sind ein Wiedererleben der Geburt (insbesondere
Tunnel-Licht-Phänomen).
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Durch
Kaiserschnitt Geborene haben ebenso oft Nahtoderfahrungen wie normal
Geborene.
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Nahtoderfahrungen
sind meist überaus angenehme Erfahrungen, die
Geburtserfahrungen sind hingegen schmerzhaft.
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Durch ein
Wiedererleben der Geburt können viele Aspekte von
Nahtoderfahrungen wie die Begegnung mit Verstorbenen oder die
Lebensrückschau nicht erklärt werden (siehe oben
unter „Teilerklärung“).
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Nahtoderfahrungen
sind nichts weiter als Spiegelungen von Archetypen des sog. kollektiven
Unbewussten.
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Nahtoderfahrungen
sind nichts anderes als Wunschbilder.
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Jeder Mensch hat
seine individuellen Wünsche, und auch je nach Alter,
Religiosität, Kulturzugehörigkeit usw. treten
unterschiedliche Wünsche auf. Nahtoderfahrungen hingegen
weisen die gleichen Hauptmerkmale auf, unabhängig auch von
Bedingungen wie Kultur, Religion, Alter,
Rasse, Klasse, Geschlecht, Bildungsniveau, Beruf u.ä.
(siehe oben unter
„Gleiche Hauptmerkmale“).
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Viele Kinder
wünschen sich wohl am ehesten, ihre (lebenden) Eltern zu
sehen, was in den Nahtoderfahrungen der Kinder jedoch nie der Fall ist.
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In
Nahtoderfahrungen kommt auch Schmerzliches vor (z.B. im
Lebensrückblick oder in sog. negativen Nahtoderfahrungen), was
wohl kaum zu den Wunschbilder gehört.
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Nahtoderfahrungen
führen meist zu
Persönlichkeitsveränderungen, die auch mit Konflikten
verbunden sein können. Ein seelischer Schutzmechanismus wie
die Wunscherfüllung will jedoch Veränderungen
vermeiden und alles beim Alten belassen.
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OBE sind keine
Wunschvorstellung, denn sie geben in der Regel die Wirklichkeit wider.
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Nahtoderfahrungen
sind bloße Vorstellungen und beruhen auf einer gesteigerten
Vorstellungsfähigkeit.
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Bei
Nahtod-Betroffenen findet sich kein erhöhtes
Vorstellungsvermögen.
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Vorgestellte
Bilder sind, anders als Nahtoderfahrungen mit ihren gemeinsamen
Grundelementen, individuell höchst unterschiedlich (siehe oben
unter „Gleiche Hauptmerkmale“).
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Die
belegbaren Wahrnehmungen in OBE, etwa der eigenen Wiederbelebung,
können nicht bloß vorgestellt sein.
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Trotz fehlender
bildhafter Vorstellungsfähigkeit haben auch blind Geborene
optische Nahtoderfahrungen.
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Nahtoderfahrungen
sind Synästhesien (Umsetzung von Sinnesreizen in mehrere
Wahrnehmungen, z.B. von Tönen und Wörtern auch in
Farben und Bilder)
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Nahtoderfahrungen
sind Folge entsprechender Vorinformationen.
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Nahtoderfahrungen
sind unterschwellige Wahrnehmungen, wie sie unter Narkose oder im Koma
vorkommen können.
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„Eine
akzeptable Theorie, die eine NTE in der Gesamtheit erklären
kann,
muss zum einen den unterschiedlichen Situationen, in denen
Nahtoderfahrungen auftreten, gerecht werden, zum anderen die sehr
verschiedenartigen Elemente einer NTE einbeziehen.“
Pim van Lommel, Endloses Bewusstsein.
Juli
2009
aktualisiert Januar 2010
Christian
von Kamp
.
Quellen:
Eibach,
Ulrich,
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in: Bieneck, A.,
Hagedorn, H.-B., Koll, W. (Hrsg.): Ich habe ins Jenseits geblickt,
Neukirchener Verlagshaus (2006)
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Günter,
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den Tunnel, Santiago Verlag (2007)
Ewald,
Günter,
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Verlagsgemeinschaft topos plus (2008)
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(Hrsg.): Nahtoderfahrung – Neue Wege der Forschung, Santiago
Verlag
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„Nachgedanken über das Leben nach dem
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(1978)
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Lebensrückblick“, sowie Einleitung, in: Serwaty, A.,
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Nicolay,
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„Nahtoderfahrungen im Vergleich der Kulturen, in: Serwaty,
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„Nah-Todeserfahrungen: Psychologisch-biologische Grundlage
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des Todes – Bewegung des Lebens, 3. Symposion für
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Schröter-Kunhardt,
Michael,
„Nah-Todeserfahrungen aus psychiatrisch-neurologischer
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in: Soeffner, H.-G., Knoblauch, H. (Hrsg.): Todesnähe
–
Interdisziplinäre Zugänge zu einem
außergewöhnlichen
Phänomen, Universitätsverlag Konstanz (1999)
Schröter-Kunhardt,
Michael,
„Nah-Todeserfahrung – Grundlage neuer
Sinnfindung“, in: Kick,
Hermes A. (Hrsg.): Ethisches Handeln in den Grenzbereichen von
Medizin und Psychologie, LIT Verlag (2002)
van
Laack, Walter,
„Nahtoderfahrungen – Vorhof zum Himmel oder
bloße
Hirngespinste?“, in: Serwaty, A., Nicolay, J. (Hrsg.): Nahtod
und
Transzendenz, Santiago Verlag (2007)
van
Lommel, Pim, „Endloses Bewusstsein - Neue medizinische
Fakten zur Nahtoderfahrung“, Patmos Verlag (2009)
.
Diesen
Text finden Sie auch in folgendem eBooklet: 
und
als Einzeltext-PDF: Sind Nahtoderfahrungen
Halluzinationen, Träume oder Ähnliches?
.
Was
versteht man unter Nahtoderfahrungen bzw.
Todesnähe-Erlebnissen?
Elemente
und Komponenten von Nahtoderfahrungen
Das
Erlebnis der Liebe in Nahtoderfahrungen - und was wir daraus lernen
können
.
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kostenlose
eBooks,
darunter auch der von
Nahtoderfahrungen inspirierte Roman "Tod und Rückkehr"
..
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